Informationen
für die Feuerwehr
Hintergrund
Das Bauen von Gebäuden hat in den letzten Jahren auf Basis von gesellschaftlichen und politischen Zielen die Anforderungen ressourcenbewusster und umweltschonender, allgemein nachhaltiger zu werden. Zur Erfüllung dieser Forderungen nehmen biogene Baustoffe, insbesondere der Rohstoff Holz, eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der Bauindustrie ein.
Entsprechend erhält das Thema Holzbau auch bei den Feuerwehren immer mehr an Bedeutung. Hierbei liegen Fragestellungen in Bezug auf mögliche Unterschiede bei dem Brandverlauf im Holzbau und den damit verbundenen Folgen für den Einsatzablauf sowie Gefahren für die Einsatzkräfte aber auch die Möglichkeiten der Brandbekämpfung im Fokus.
Auf dieser Seite sollen Empfehlungen für Feuerwehren zur Brandbekämpfung in Holzgebäuden vorgestellt werden. Der Inhalt dieser Website ist eine Zusammenstellung der Ergebnisse aus den beiden Forschungsprojekten TIMpuls und HoBraTec.
Optimierung der Brandbekämpfungsmethoden
und -techniken für Gebäude in
moderner Holzbauweise
Feuerwehr Hamburg
Hochschule Magdeburg-Stendal
Institut für Brand- und
Katastrophenschutz Heyrothsberge
Themenübersicht
Die Brandbekämpfung eines Raumbrandes im Holzbau ist wie ein Raumbrand in einem konventionellen Gebäude durchzuführen. Als Löschmittel sollte Wasser oder Netzwasser mittels C-Hohlstrahlrohr verwendet werden. Sichtbare Holzoberflächen haben auf dem Brandverlauf einen Einfluss, stellen aber für die hohe Lösch- und Kühlwirkung von Wasser nur eine geringe zusätzliche Herausforderung dar. Entscheidender sind die Maßnahmen nach der Bekämpfung des Raumbrandes, wie die Lokalisierung von möglichen Hohlraumbränden oder bei brennbar ausgeführter Fassade, der Umgang mit einem Fassadenbrand.
Eine Herausforderung der Brandbekämpfung im Holzbau stellen Hohlraumbrände da, wenn diese auftreten. Die Einsatztaktik zur Bekämpfung von Hohlraumbränden beinhaltet die folgenden Themen:
1. Detektion
Lokalisierung von Hohlraumbränden
2. Öffnung
Anwendung von verschiedenen Werkzeugen zur Öffnung der Konstruktion, um die Hohlraumbrände zu erreichen.
3. Brandbekämpfung
Das Ablöschen von Hohlraumbränden sollte mit wenig Wassereinsatz und kann mit verschiedenen Einsatzmitteln zu Applikation in den Hohlraum umgesetzt werden.
© Bilder: Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge
Die Fassade eines Gebäudes, sollte diese brennbar ausgeführt sein, stellt im Falle eines Brandereignisses eine besondere Herausforderung für Feuerwehren dar. Zum einen sind brennende Fassaden für wirksame Löscharbeiten schwer erreichbar und entsprechend mit mehr Aufwand für die Brandbekämpfung verbunden, zum anderen besteht die Gefahr einer Brandweiterleitung in weitere Geschosse über die Fassade. Die Folgen bei einer ungehinderten Ausbreitung eines Fassadenbrandes kann das erreichen und überschreiten der vorgesehen Leistungsgrenzen einer Feuerwehr in Deutschland, bezogen auf die Bemessungsgrundlage eines kritischen Wohnungsbrandes sein. Im schlimmsten Fall ist der Brand solch eines Szenarios nicht mehr beherrschbar und führt zum Totalverlust eines Gebäudes. Aus diesem Grund sind Fragen wie beispielsweise “Welche Konstruktionen und Arten von brennbar ausgeführten Fassaden gibt es?”, “Wie ist der Einfluss von sichtbaren Holzoberflächen auf die Flammeneigenschaffen des Primärbrandes?”, “Welche Möglichkeiten an konstruktiven Maßnahmen zur Vermeidung der Brandausbreitungen über eine Fassade sind vorhanden?” sowie “Welche Rahmenbedingungen müssen erfüllt werden, um wirksame Löscharbeiten durch die Feuerwehren umsetzen zu können?” bei den Einsatzkräften der Feuerwehren von großem Interesse. Viele dieser Themen werden für Feuerwehren an dieser Stelle mit den Ergebnissen aus den beiden Forschungsprojekten TIMpuls und HoBraTec sowie weiterer Empfehlungen zusammengefasst.
Dokument zum Herunterladen
Der nachfolgende Ratgeber beinhaltet alle Informationen auf dieser Website einmal zusammengefasst und kann an dieser Stelle heruntergeladen werden.